Weinweg im Wallis

Anmerkung der Herausgeber: Dies ist ein Gastbeitrag von Rosmarie Müller

Im Herbst nochmals eine Woche Sonne zu tanken im Hotel Valaisia in Crans-Montana, das ist für uns das höchste der Gefühle! Nun fahren aber in dieser schönen Jahreszeit die meisten lokalen Bergbahnen nicht mehr. Vor allem für ältere Leute wie uns, bei denen die Puste nicht mehr so gut reicht für den Aufstieg oder die Kniegelenke streiken beim Abstieg, ist dies ärgerlich. In unserer «Not» haben mein Mann und ich eine wunderbare Alternative entdeckt: den vor einigen Jahren eröffneten Weinwanderweg, der in vielen einzelnen Etappen über 66 km von Leuk nach Martigny führt. Fast jeder Etappenort ist problemlos mit Bahn oder Postauto erreichbar und fast in jedem Dorf kann man die Wanderung unterbrechen, um etwas zu essen und den guten Wein zu kosten, oder abbrechen, wenn man nicht mehr weiter mag.

Mal führt der Weg dicht an den schwer behangenen Rebstöcken vorbei, mal etwas oberhalb der Weinberge entlang einer Bisse. In der Nähe von Sitten sahen wir die höchsten Trockensteinmauern Europas (über 20 m), welche die steilen Hänge terrassieren und ihre gespeicherte Sonnenwärme auf die Trauben zurückstrahlen um deren Qualität zu verbessern. Immer wieder stehen Informationstafeln am Wegrand und weisen darauf hin, was zwischen den Weinstöcken alles «kreucht und fleucht» und wächst und gedeiht, oder auf die Arbeiten, die der Winzer im Laufe des Jahres verrichten muss, oder auf einzelne seltene Rebsorten.

Einmal haben wir ein Stück dieses Weges anfangs Oktober erwandert. Die Trauben waren schon abgeerntet, aber die ganze Rebenlandschaft sah aus wie ein riesiger bunter Flickenteppich: Die vielen verschiedenen Rebsorten erglühten in allen Gelb-, Grün- und Rottönen unter dem blauen Himmel. Ein Jahr später erkundeten wir weitere Etappen während der Weinlese. Ganze Scharen von Winzern bevölkerten die Weinberge und taten fröhlich ihre mühsame Arbeit. Einmal kam ein gutgelaunter Weinbauer zu uns an den Wegrand, plauderte ein wenig mit uns und füllte uns beide Hände mit seinen Früchten. Auch im kommenden Herbst planen wir wieder ein Stück Weinwanderweg. Schon jetzt suchen wir im eigens für diesen Weg herausgegebenen Führer, den wir im Verkehrsbüro in Siders (Bahnhofsgebäude) gekauft haben, nach den schönsten für uns noch unbekannten Etappen. Übrigens gibt es auch einen 83 km langen Weinweg für Biker.
www.weinweg.ch

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